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F-Skala

f-skala

Was ist die F-Skala

F-Skala ist die Abkürzung für Faschismus-Skala oder auch California F-Scale. Dies ist ein Fragebogen, welcher Fragen zu autoritären Persönlichkeit erfassen soll. Dabei geht es vor allem um die typische Einstellung und Persönlichkeitseigenschaften. Die F-Skala misst dabei indirekt den Probanden auf die Anfälligkeit für Faschismus, durch Fragen über die Persönlichkeit. Es gibt verschiedene Items, wobei der Befragte von 6 Stufen entscheiden wie sehr er einer Aussage zustimmt oder nicht. Zustimmung: gering, mittel, stark oder Ablehnung: gering, mittel, stark. Ist überwiegend eine Zustimmung vorhanden weist dies auf eine eher rechtsradikale autoritäre Persönlichkeit hin. Auf Linksradikale Untersuchungen wurden verzichtet. Dieses Denkmuster wird auch als antidemokratisch und präfaschistisch bezeichnet. Dies meint die Radikalisierung von Konservatismus, oder auch die Erhaltung und Bewahrung früheren gesellschaftlichen Ordnung. Soziologien erwarten durch spontanes, ehrliches Antworten, einen genaue Auskunft über die Veranlagung eines Menschens und deren Charakters.

Die Entstehung

Der Faschismus selbst war eine politische Bewegung, welche von Benito Mussolini geführt worden ist. Bis heute ist das Wort Faschismus oder faschistisch präsent. Dieses steht oft im Zusammenhang mit diktatorischen, nationalistischen oder gar gewaltbereiten Merkmalen.

Entstanden ist die F-Skala durch Theodor W. Adorno, Else Frenkel-Brunswik sowie Daniel Levinson und R. Nevitt Sanford an der  University of California at Berkeley. Die eigentliche Ziele waren die Entstehung von Faschismus und dem Antisemitismus zu analysieren, sowie der langfristigen demokratischen Erziehung beizutragen. Dies alles galt dem sozialpsychologischen Forschungsvorhaben The Authoritarian Personality.

Die verschiedenen Bereiche der F-Skala

Die Faschismus Skala besteht aus 9 Teilbereichen oder auch Subskalen. Diese unterteilen sich in die autoritären Denkmuster:

Konventionalismus, welcher sich mit der starren Bindung an konventionellen Werte des Mittelstandes beschäftigt. Wie auch die autoritäre Unterwürfigkeit, was die unkritische Unterwerfung unter idealisierte Autoritäten der Eigengruppe beschreibt. Unter Autoritäre Aggression, versteht man das Verlangen danach, Leuten zu suchen, welche konventionelle Werte nicht schätzen oder missachten und diese verurteilen, ablehnen oder gar bestrafen zu wollen. Anti-Intrazeption, der 4te Bereich befasst sich mit der Abwehr von Subjektiven, dem Phantasievollen oder der Sensibilität.

Danach folgt Aberglaube und Stereotypie. Dies ist der Glaube an eine mystische Bestimmung des eigenes Schicksals, sowie seiner Dispositonen. Jedoch kann es auch das Denken in strengen Kategorien mit einbeziehen. Subskala 6. ist das Machtdenken und die „Kraftmeierei”. Machtdenken meint das Denken in Dimensionen wie Herrschaft im gegensatz zur Unterwerfung, Stark im Kontrast zu Schwach, dem Führer und seiner Gefolgschaft. Ebenso gilt es der Identifizierung mit Machtgestalten und der übertriebenen Betonung des konventionalisierten Attribute des Ichs. Kraftmeierei ist außerdem das Prahlen mit der eigenen Körperkraft. So werden beispielsweise Stärke und Robustheit gern exzessiv zur Schau gestellt.

Als nächstes folgen Destruktivität und Zynismus, was sich auch als allgemeine Feindseligkeit oder in der gezielten Verleumdung des Menschlichen zeigt. Dies geschieht meist durch diverse Gerüchte oder Beschimpfungen. Danach folgt eine Subskala, welche sich mit der Projektivität eines Menschens beschäftigt. Es handelt sich dabei um die Dispositionen und der Möglichkeiten des Menschlichen. Auch der Glaube an wüste und gefährliche Handlungen in der Welt zählen hierbei dazu. Die Projektion und der damit verbundene Vorgang jemanden unterbewusst seine Weltanschauung darstellen, bezieht sich vor allem auf die Triebimpulse der Außenwelt. Der letzte Teilbereich, befragt den Respondenten nach der übertriebenen Beschäftigung mit sexuellen Vorgängen. So prüft der 9te Bereich die Sexualität.

Hintergründe

Ursprünglich bestand die Form 78 der F-Skala 38 Items. Jedoch gehört dazu weitere Bereich wie beispielsweise die Antisemitismus (AS-Skala) , Ethnozentrismus (ES-Skala) und die Politisch-Ökonomische Konservatismus Skala. (PEC-Skala). Danach wurde die F-Skala weiter überarbeitet. Besonders in den Bereichen des Dogmatismus, die unkritische Durchsetzung eines Standpunktes und des Ethnozentrismus, welche die Voreingenommenheit eines Individuums gegenüber fremden Gruppen bezeichnet. Zwar gab es bereits einige Vorbilder, doch aufgrund der empirischen Ergebnisse und den Itemanalysen wurde die Skala verkürzt und inhaltlich angepasst.

Auch die Berkeley Gruppe selbst führte zahlreiche Erhebungen durch und fand charakteristische Unterschiede zwischen den Personengruppen. Ebenso erkannte man Zusammenhänge zwischen den verschieden Skalen. (Antisemitismus/Ethnozentrismus/Konservatismus) Obwohl die F-Skala von mehreren Leuten gegründet wurde, wird sie im Deutschen Raum nur Theodor W. Adorno zugeschrieben. Bestätigt ist allerdings, dass der ausschlaggebende Forscher und Autor der amerikanische Sozialpsychologe R. Nevitt Sanford war. Während in Amerika die F-Skala, vor allem durch The Authoritarian Personality  an Aufmerksamkeit gewann, war Deutschland der Forschung der autoritären Persönlichkeit eher abgeneigt. Dies lässt sich auch durch den Nationalsozialismus erklären.

Neue Versionen

Während viele Soziologien noch nach Vergleichen der F-Skala durch Prüfung von Gruppenunterschieden suchten, wobei Faktoren wie beispielsweise die Schulbildung, soziale Schichtzugehörigkeit oder die religiöse Orientierung gilt, wurde die Skala erneut weiterentwickelt. Durch Klaus Roghmann erreichte die F-Skala 1966 mehr Bekanntheit. Die  Skala zur Erfassung autoritärer Persönlichkeitsmerkmalen umfasst 44 Items für die 9 Subskalen. Diese sind nun deutlich kürzer und klarer beschrieben als zuvor. Auch das Aussagesystem ist anderes.

Es gibt nun eine Plus und Minusversion, bei der gegensätzliche Aussagen zu bewerten sind. Um der F-Skala gerecht zu werden sollte nun bei der Plusversion bejaht und bei der Minusversion verneint werden. Weitere Skalen wurden in dem Frankfurter Institut für Sozialforschung unter der Leitung von Michaela von Freyhold veröffentlicht. Ebenso existiert aufgrund Gerda Lederer und ihren Mitarbeitern eine Skala mit 8 Teilbereichen.  Detlef Oesterreich entwarf sogar eine Skala mit nur 2 Subskalen zur Erfassung der Rigidität und des Dogmatismus. Dieses sind durch Doppelaussagen formuliert, welche man durch Einstufung von Zustimmung eingegliedert und mit einem Punktesystem ausgewertet.