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Das Thomas-Theorem

Das Thomas-Theorem

Was ist überhaupt ein ‘Theorem’?

Da nur ein Bruchteil der Bevölkerung weiß, was überhaupt ein sogenanntes Theorem ist, sollte man dieses Wort zuerst einmal definieren. Kurz gesagt ist ein Theorem ein Satz, der aus einer allgemeineren Aussage abgeleitet ist. Es gibt verschiedene Worterklärungen, je nachdem um welches Thema es sich handelt, aber für das Thomas Theorem reicht diese.

Begründer des Theorems

1928 wurde das Buch “The Child in America” veröffentlicht. Geschrieben wurde es von einem Ehepaar: Dem Soziologen und Philologen William Isaac- und seiner Frau Dorothy Swaine Thomas, welche eine Soziologin und Ökonomin war. Jenem Buch entspringt das Thomas-Theorem, welches auch als Grundsatz der Soziologie gilt.

Was besagt das Thomas Theorem?

“If men define situations as real, they are real in their consequences”, also: “Wenn die Menschen Situationen als wirklich definieren, sind sie in ihren Konsequenzen real”

Unter diesem Satz kann man sich zunächst nur schwer etwas vorstellen, also nochmal anders formuliert: Sobald sich ein Mensch in einer für ihn realen Situation befindet – Betonung liegt auf ‘für ihn’ – wird diese auch in den Konsequenzen real.

Also egal ob die Situation wahr ist oder nicht, der Mensch handelt, als wären seine Annahmen real. Es wird hier also der Unterschied von subjektiver Wirklichkeit und objektiver Realität aufgezeigt.

Beispiele

Bankbeispiel, Thomas Theorem, Wahrnehmung, Fehleinschätzung, Beispiel

Zu dieser Theorie gibt es ein klassisches Exempel, das Bankenbeispiel: Gehen wir einfach mal

davon aus, dass sich in einem kleinen Ort herumspricht, dass die lokale Bank pleite sei. In Folge dessen heben alle Bürger des Ortes ihr Geld von dieser ab und die Bank geht tatsächlich pleite – Von der subjektiven Wahrnehmung zur realen Konsequenz.

Ein weiteres, leicht verständliches Beispiel wäre, dass ein x-beliebiger Mensch, sagen wir, wieder in einem kleinen Dorf denkt, dass bald eine Wasserknappheit herrschen wird, deswegen kauft er alle Wasserflaschen, im einzigen Geschäft des Dorfes und schon gibt es eine tatsächliche Wasserknappheit. Wieder war die Situation anfangs für den einen Menschen wahr und aus seiner Sicht hat er richtig gehandelt, auch wenn es keine Wasserknappheit geben würde, hat es sich in ein reales Problem verwandelt, die übrigen Dorfbewohner haben kurzzeitig kein Wasser.

Diese Beispiele mögen nicht sonderlich viel Auswirkungen haben, in dem Buch von William- und Dorothy Thomas jedoch wurde ein schwerwiegenderes Fallbeispiel gewählt. So hat ein psychisch kranker Mann alle Menschen umgebracht, die auf der Straße mit sich selbst geredet haben, da er dachte, dass ihn die Passanten beschimpfen würden.