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Afghanistan

Afghanistan

Der folgende Informationstext über Afghanistan befasst sich hauptsächlich mit den Punkten Geographie, Geschichte, Politik und Wirtschaft.

Geographie

Afghanistan ist eingeschlossen von sechs Ländern und ohne Zugang zum Meer, trotzdem hat das Land durch seine zentrale Lage eine große strategische Bedeutung für die Region.

Etwa drei Viertel des Landes besteht aus teilweise schwer zugänglichem Gebirge, was dazu führt dass die Klimazonen denen vom kalten Skandinavien aber auch der vernichtenden Hitze der Sahara gleichen. Die Hauptstadt Afghanistans ist Kabul, die mit zurzeit 4,3 Millionen Einwohnern ein rasant wachsendes kulturelles aber auch ökonomisches Zentrum des Landes darstellt. Zudem ist Kabul gleichzeitig Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und wird von einem Fluss, dessen Name ebenfalls Kabul ist mit Wasser versorgt. Die zweitgrößte Stadt ist Kandahar, gefolgt von Herat, die beide eine Bevölkerung von fast einer halben Millionen haben.

Geschichte

Da man für die gesamte Geschichte Afghanistans extrem ins Detail gehen müsste, werde ich überwiegend auf das Land im 19. und 20. Jahrhundert eingehen, zudem ist es für sie so spannender, da sie so vielleicht den aktuellen Konflikt in Afghanistan, von dem man immer wieder in den Nachrichten etwas mitkriegt, besser verstehen.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts hatte Russland die nördlichen Nachbarn Afghanistans unterworfen, vom Südosten schob sich die Kolonialmacht Großbritannien über Indien an Afghanistan heran. Beide Großmächte wollten sich das Land einverleiben und so marschierten die Briten zweimal in Afghanistan ein, wobei sie die schlimmsten Niederlagen ihrer Kolonialgeschichte einfuhren. Trotzdem behaupteten sie ihr außenpolitische Macht, ohne dass sie das Land zu einer Kolonie machten. Jedoch war jene nicht von langer Dauer, 1919 griffen Afghanen das britisch indische Territorium an und erzwangen so ihre vollständige Souveränität. 60 Jahre später putschten sich sowjetische Offiziere an die Macht, mit dem Ziel einen kommunistischen Staat zu errichten. Sie wollten schnell Reformen durchsetzen und wandten sich gegen alle von denen eventuell Opposition ausgehen könnte und so wurden Zehntausende verhaftet und liquidiert. Aufgrund dieser drastischen Methoden entstand militärischer Widerstand der sogenannten Mudschaheddin.

Um dagegen anzukommen setzte die Sowjetunion im Jahr darauf eigene Truppen ein. Doch auch die damalige Weltmacht konnte sich nicht durch die mittlerweile über Pakistan vom Westen unterstützen Mudschaheddin behaupten. Kurz bevor die Sowjetunion 1991 erlosch, wurden die in Afghanistan stationierten Truppen abgezogen. So zogen also die Mudschaheddin in Kabul ein, waren aber mit dem Wiederaufbau eines Nationalstaates komplett überfordert. Ihre Anführer hatten eine schlichte Mentalität: Sie hatten gewonnen und jetzt gehörte ihnen alles. Nun mussten sie nur noch die restliche Konkurrenz bekämpfen. Doch das war nicht so leicht wie gedacht, insbesondere in Kabul entstand ein grausamer Bürgerkrieg und im Süden Afghanistans entstand die Bewegung der Taliban, die es immer noch vertreten ist. Sie vertrat radikal-islamische Ansichten, welche teilweise die traditionelle Religionsausübung in vielen Belangen bei weitem übertrafen. Die Struktur der Taliban war besser durchdacht als die der Mudschaheddin, zudem waren die Anführer nicht korrupt. Sie sorgten für eine gewisse Ordnung und so wurden die Taliban zunächst dort begrüßt und gar gefeiert, wo sie sich durchsetzen konnten. Jedoch war die massive Unterstützung von Pakistan und arabischen Islamisten wie Osama bin Laden der Hauptgrund dafür, dass sie im größten Teil des Landes an die Macht kamen.

Politik

Zurzeit findet man in dem Land eine recht prekäre Situation vor: Terroristische Gewalt, keine sozialen und wirtschaftlichen Reformen sowie Vorwürfe der Wahlmanipulation haben zu gewaltsamen Protesten gegen die Regierung und zur Verhängung des Ausnahmezustandes geführt. Es ist zurzeit keine Lösung dieses Konfliktes in Sicht.

Die 2004 in Kraft getretene Verfassung definiert das politische System Afghanistans. So ist das Land eine Islamische Republik und verfügt über ein Präsidialsystem, in dem der Präsident, welcher zurzeit Ashraf Ghani ist, Regierungschef, Staatschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Das Staatsoberhaupt wird für fünf Jahre gewählt und kann maximal zwei Amtszeiten Präsident sein. Die Verfassung ist im Vergleich zu anderen muslimischen Ländern sehr demokratisch, so steht in ihr, dass alle Angehörigen einer Religion und ethnischer Gruppe sowie auch alle Geschlechter gleichbehandelt werden sollten, was nicht zur muslimischen Kultur gehört. Zur Außenpolitik lässt sich sagen, dass Afghanistan ein vergleichsweise gutes Verhältnis zu Deutschland hat, diplomatische Beziehungen werden schon lange gepflegt. Das hört sich in der Theorie zwar ganz gut an, doch die Realität ist, dass es nach wie vor fast täglich Anschläge gibt, bewaffnete Auseinandersetzungen dauern an. Circa 2 Millionen Menschen sind aus dem Land geflohen, 70.000 sind gestorben, was hauptsächlich an dem Einmarsch der USA und Verbündeten liegt, die nach dem 11. September mit mäßigem Erfolg versucht haben die Taliban-Regierung zu stürzen und Al-Quaida zu bekämpfen.

Wirtschaft

Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt, so belegt es auf dem ‘Human Development Index’ von dem 187 Länder erfasst wurden, den 169. Platz, die wirtschaftliche Wachstumsrate ist nur durch die ausländische Hilfe positiv. Jedoch konnten Erfolge im Bereich der Infrastruktur erzielt werden, so wurde die Anbindung des Landes durch den Bau von Straßen und Flughäfen verbessert. Etwa 55% der Arbeitnehmer sind im Dienstleistungsbereich tätig, in der Landwirtschaft nur ca. 23% und Industrieproduktion ist kaum vorhanden. Damit auch weniger gebildete Afghanen eine gute Chance auf einen Arbeitsplatz haben, versucht die Regierung den landwirtschaftlichen Sektor zu fördern, sodass die landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf die international vertrieben werden können. Zudem setzt man große

 Hoffnung in die Erschließung von Rohstoffressourcen, da viele wertvolle Stoffe zu finden sind, so gilt das Land z.B. das weltweit größte Kupfervorkommen vorweisen kann, zudem Erdöl/gas, Gold und Edelsteine. Aber wer etwas Ahnung von dem Thema hat, weiß, dass dies alles schwer durchzusetzen ist, da für den Abbau von Rohstoffen und auch in der Landwirtschaft zuallererst ausländische Investitionen nötig sind, die aufgrund der niedrigen Weltmarktpreise nicht bereit sind zu investieren. Doch in einem gewissen, etwas speziellen Teil der Landwirtschaft liegen die Afghanen ganz vorne: In der Produktion von Cannabis, Heroin und Opium stehen sie auf dem 1. Platz.Aber auch hier ist keine Verbesserung inSicht. Die schwierige Sicherheitslage im Süden, wo das Hauptanbaugebiet liegt, die hohe Korruptionsrate und zudem der hohe Gewinn für die Drogenbauern machen es schwer,auf andere landwirtschaftliche Produkte umzusteigen.

Afghanistan, Drogen, Cannabis, Krieg, Landwirtschaft